Das mit silbernen Stickereien versehene rote, samtene Tuch fällt durch seine aufwändige Umrandung auf: Es ist vollständig mit einer aus silbernen Metallfäden bestehenden Klöppelspitze eingefasst. Dieser liegt ein symmetrisches Muster zugrunde, das sowohl geometrische als auch organische Elemente enthält.
Die Silberstickerei in der Mitte des roten Samtstoffes zeigt das Lamm Gottes auf einem Opfertisch. In der christlichen Symbolik steht es stellvertretend für Jesus Christus. Die beigegebene Fahne kennzeichnet es als Osterlamm und weist damit auf die Auferstehung Jesu an Ostern hin. Die mittlere Szene ist umgeben von Pflanzenranken, die sich über das gesamte Tuch erstrecken. Sie können als Weinranken gedeutet werden, die wiederum stellvertretend für das Blut Christi stehen.
Im christlichen Kontext wird ein solches Tuch mit der passenden Symbolik als sogenanntes Kelchvelum genutzt. Es verhüllt den Kelch vor und nach seinem Gebrauch bei der Feier des Abendmahls. Das hier gezeigte Kelchvelum entsteht vor rund 300 Jahren.
