Das bauchige Gefäß mit dem rostigen Henkel erinnert in seiner Form an einen Teekessel. Im Gegensatz zu einem Teekessel hat dieses Gefäß jedoch keinen Deckel und zwei sich gegenüberliegende Ausgüsse statt einem. Die Tüllen sind stilisierten Tierköpfen nachempfunden, die ihrer Form nach auf eine Entstehung im 13. oder 14. Jahrhundert verweisen.
Das hier gezeigte Gefäß ist ein sogenannter Lavabokessel. Der Begriff leitet sich ab von dem lateinischen Wort lavabo = ich werde waschen. Im kirchlichen Kontext wird das Gefäß zur rituellen Waschung der Hände oder der Altargeräte genutzt. Aus diesem Grund befinden sich daher in vielen Kirchen Wandnischen mit einem Abflussbecken in der Nähe der Altäre. Auch zur Vorbereitung der Heiligen Messe, zum Beispiel für das Anlegen des Ornats, werden rituelle Waschungen der Hände vorgenommen. Dementsprechend finden sich solche Wandnischen auch in den Sakristeien.
