Digitale Stiftskammer
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Hostie | Die Hostie ist ein dünnes Brot bestehend aus Wasser und Weizenmehl, ähnlich einer Oblate. Sie wird während des Gottesdienstes beim Abendmahl gereicht, gemeinsam mit einem Glas Wein. Nach christlichem Glauben finden sich in Brot und Wein der Körper und das Blut Jesu Christi wieder. |
| Hl. Simeon | Der Hl. Simeon findet Erwähnung im Lukas-Evangelium. Dort ist er bei der Darstellung des kleinen Jesus im Tempel anwesend. Dabei handelt es sich um die christliche Tradition, das erstgeborene Kind Gott darzubringen. Bei diesem Ritual erkennt Simeon im Christuskind den angekündigten Messias. Daraufhin nimmt das Christuskind auf die Arme und preist ihn mit seinem Lobgesang. |
| Hedwig Christina Gertrud von Korff zu Sutthausen | Die spätere Äbtissin (1688-1721) ist um das Jahr 1640 geboren und stammt aus der Familie Korff, die zum Haus Harkotten, heutiges Sassenberg, gehören. Sie war die erste Äbtissin niederen westfälischen Adels. Im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen erhielt sie die Auflage, ausschließlich in Freckenhorst zu residieren. Ihr Name ist uns aus den Urkunden nicht nur im Zusammenhang mit der großen Stiftung bekannt, sondern auch dadurch, dass sie die Petrikapelle, unsere heutige Stiftskammer, renovieren ließ. |
| Handschrift | In der Bibliothekswissenschaft werden handgeschriebene Bücher als Handschrift oder Manuskript bezeichnet. |
| Gröninger | Die Familie Gröniger umfasst mindestens drei Generationen, die als Bildhauer gearbeitet haben. Einer der bekanntesten Vertreter ist Johann Mauritz. Er war Dombaumeister in Münster und hat dort zahlreiche Kunstwerke hinterlassen. Aber auch in der Freckenhorster Stiftskirche hat sich eine Skulptur von ihm erhalten: ein gekreuzigter Christus in der Taufkapelle. |
| Gregorianischer Choral | Ein Gregorianischer Choral sind einstimmig gesungene, lateinische Texte, die den wesentlichen Bestandteil der mittelalterlichen Liturgie ausmachten. Er ist benannt nach Papst Gregor dem Großen, unter dessen Regentschaft sich die ersten regelmäßig gesungenen Textelemente entwickelten. |
| Gottesdienst | In der römisch-katholischen Kirche besteht die Heilige Messe, wie die Gottesdienste dort genannt werden, aus zwei Teilen. Im Wortgottesdienst steht die Verkündigung des Wortes Gottes durch die Lesung von Psalmen und das Beten des Glaubensbekenntnisses im Fokus. Der zweite Teil ist die sogenannte Eucharistiefeier, bei der dem Leben und Tode Jesu Christi gedacht wird. |
| Fraterherren | Die Brüder vom Gemeinsamen Leben – auch Fraterherren genannt – waren religiöse Gruppen, die in klösterlichen Gemeinschaften zusammenlebten, aber kein Ordensgelübde abgelegt hatten. Das Fraterhaus in Münster war die erste Niederlassung dieser Gemeinschaft auf deutschem Boden. |
| Filetstickerei | Das Wort „Filet“ leitet sich aus dem Französischen ab und bedeutet „Netz“. Zunächst wird das Netz, bestehend aus vielen kleinen Quadraten, aus Leinen hergestellt. In diese kleinen Quadrate wird dann das Bildmotiv eingeknüpft mithilfe unterschiedlicher Stichtechniken. |
| Fiale | Fialen sind türmchenartige Abschlüsse, die kunstvoll ausgearbeitet sind. Zumeist befinden sie sich auf den oberen Enden der Strebepfeiler. |
| Ferdinand Aloysius Hartmann | Er war der Sohn des ebenfalls in Warendorf ansässigen Goldschmieds Berndt Joseph Hartmann. Ferdinand Aloysius Hartmann hat ganz den Fußstapfen seines Vaters folgend ebenfalls einige Altargeräte für die Stiftskirche geschaffen, aber auch den Thiatildisschrein überarbeitet. |
| Fegefeuer | Nach der katholischen Glaubenslehre landet eine Seele im Fegefeuer, wenn sie zu Lebzeiten Sünden auf sich geladen hat. Sind diese Sünden bei Todeseintritt nicht abgebüßt worden, wird die Seele im Fegefeuer geläutert und fährt danach in den Himmel auf. Die Vorstellung vom Fegefeuer existiert bereits seit dem 6. Jahrhundert. |
| Evangelisten | Dem Neuen Testament der Bibel sind vier Texte vorangestellt, die als Evangelien bezeichnet werden und die Lebens- und Leidensgeschichte Jesu Christi erzählen. Die vier namentlich überlieferten Autoren werden Evangelisten genannt. Sie heißen: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. |
| Chronogramm | Bei einem Chronogramm versteckt sich die Zeitangabe in Form lateinischer Ziffern innnerhalb einer Inschrift. Diese werden durch ihre Großschreibung hervorgehoben und ergeben dann in der korrekten Abfolge eine Jahreszahl. In unserem Beispiel: MDCLXVVVVVIIIIIII (M=1000; D=500; C=100; L=50; X=10; V=5; I=1). |
| Chorschranke | Die Chorschranke trennte den Chor, wo sich der Hauptaltar einer Kirche befand, vom Rest des Kirchenbaus ab. Häufig handelte es sich dabei um einen festen Einbau aus Holz oder Stein. In Klöstern und Stiften war der Chor den Mitgliedern der geistlichen Gemeinschaft vorbehalten; für die Bürgerinnen und Bürger wurde die Messfeier außerhalb dieses Bereiches abgehalten. |
